Der Safou ist eine jener Früchte, die eine ganze Region für sich erzählen. Auf den Märkten Kameruns, des Kongo oder Gabuns türmen sich seine glänzenden violetten Pflaumen kistenweise, sobald die Saison beginnt, und jeder hat seine eigene Art, sie zuzubereiten. Für die in Frankreich lebende zentralafrikanische Diaspora hat es etwas Kostbares, einen gut gereiften Safou zu finden: Es ist der Geschmack einer Familienmahlzeit, eines späten Nachmittags, an dem man heiße Atangas mit gegrilltem Mais isst.
Dennoch bleibt diese Frucht außerhalb eingeweihter Kreise weitgehend unbekannt. Man verwechselt sie manchmal mit einer Riesenolive, weiß nicht recht, wie man sie isst, und ahnt nicht, dass sie fester Bestandteil der kamerunischen und zentralafrikanischen Küche ist. Dieser Artikel behandelt die ganze Frage: was der Safou wirklich ist, sein kultureller Platz, die richtige Art ihn zuzubereiten, seine Nährwerteigenschaften und wo man ihn in Frankreich bekommt.
Was ist der Safou?
Der Safou ist die Frucht des Safou-Baums (Dacryodes edulis), eines Baums aus den Wäldern Zentralafrikas. Je nach Land und Sprache nennt man ihn afrikanische Pflaume, Atanga in Gabun und einem Teil Kameruns, oder auch Safu, Nsafu und Bush Butter auf Englisch. Es ist eine längliche Frucht, so groß wie eine große Olive oder eine kleine Pflaume, mit einer glatten Schale, die von dunkelblau zu fast schwarzem Violett wechselt, sobald sie reif ist.
Unter dieser Schale befindet sich ein blassgrünes Fruchtfleisch, dicht und leicht fettig, das einen zentralen Kern umhüllt. Roh ist das Fruchtfleisch fest und etwas adstringierend. Erst das Garen offenbart den Safou: Es macht das Fruchtfleisch weich und verleiht ihm jene zartschmelzende, butterartige Textur, die seinen Ruf begründet. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Avocado und Olive, mit einer säuerlichen Note, die jeder Sorte eigen ist.
Die wichtigsten Erzeugerländer sind Kamerun, der Kongo, Gabun, die Demokratische Republik Kongo und Nigeria. Die Ernte ist saisonal, im Allgemeinen vom Spätfrühling bis zum Frühherbst je nach Region, weshalb echte Liebhaber jedes Jahr auf die Ankunft der ersten Früchte warten.
Der Safou in der zentralafrikanischen Kultur
Der Safou ist weit mehr als eine Saisonfrucht: Er ist ein soziales und kulinarisches Wahrzeichen. In Kamerun wie im Kongo und in Gabun bieten ihn Straßenverkäuferinnen bereits gegart an, dampfend, bereit zum Verzehr unterwegs. Die Kombination mit gekochtem oder gegrilltem Mais ist so tief verwurzelt, dass sie in mehreren Regionen fast den Rang eines inoffiziellen Nationalgerichts hat.
In den Familien ist die Zubereitung von Atangas ebenso eine alltägliche Geste wie ein Moment des Teilens. Man erwärmt sie, während man plaudert, schält sie gemeinsam und kommentiert die Qualität der diesjährigen Ernte. Für die zentralafrikanischen Gemeinschaften in Frankreich behält diese Frucht ihre emotionale Bedeutung: Sie begleitet Wiedersehen, Feste und Mahlzeiten, bei denen für die Dauer eines Tellers die Aromen der Heimat nachgebildet werden.
Der Safou-Baum selbst nimmt einen wichtigen Platz in der lokalen Subsistenzlandwirtschaft ein. Oft in der Nähe der Häuser gepflanzt und ohne großen Aufwand angebaut, liefert er ländlichen Familien während der Saison ein Zusatzeinkommen und bleibt eher ein Produkt des Sammelns und des Marktes als der Industrie.
Wie man Safou genießt
Der Safou wird fast nie roh gegessen. Die goldene Regel lautet, ihn durch Hitze weich zu machen. Zwei traditionelle Methoden überwiegen:
- In heißem Wasser: die Früchte einige Minuten in sehr heißes Wasser tauchen (ohne es unbedingt lange kochen zu lassen), bis das Fruchtfleisch unter dem Finger zart und zartschmelzend wird. Das ist die einfachste und gängigste Methode zu Hause.
- Auf Glut oder im Ofen: die Safou auf Glut legen oder in den Ofen geben. Die Schale runzelt sich leicht und das Fruchtfleisch nimmt eine sehr geschätzte gegrillte Note an. Diese Version kommt dem Safou der Straßenverkäuferinnen am nächsten.
Einmal gegart, schält man die Frucht, um das butterartige Fruchtfleisch um den Kern herum zu gewinnen, das man so genießt. Die klassische Beilage bleibt Mais, gekocht oder gegrillt: Der Kontrast zwischen dem festen Maiskorn und dem zartschmelzenden Fruchtfleisch des Safou steht im Mittelpunkt dieses Genusses. Manche servieren ihn auch mit Maniok oder Kochbanane.
Zum Würzen genügt oft etwas Salz, um gegarten Safou zu veredeln. Sein natürlicher Fettreichtum sorgt dafür, dass er nicht viel braucht, um sättigend zu sein.
Vorteile des Safou
Der Safou ist vor allem für seinen Gehalt an guten Fetten bekannt. Sein Fruchtfleisch ist reich an Lipiden, darunter ein Anteil ungesättigter Fettsäuren, was ihn ernährungsphysiologisch der Avocado nahebringt. Diese Energiedichte macht ihn zu einer nahrhaften Frucht, die lange satt hält.
Er liefert auch Ballaststoffe, die dem Verdauungskomfort dienen, sowie eine für eine Frucht nicht unbedeutende Menge pflanzlichen Proteins. Traditionell werden ihm verschiedene Tugenden zugeschrieben, aber es ist klüger, sich an das Gesicherte zu halten: ein dichtes Lebensmittel, interessant als Energie- und Ballaststoffquelle, das man in eine abwechslungsreiche Ernährung einbinden statt wegen seines Fettreichtums maßlos verzehren sollte.
Wie bei jedem Lebensmittel ist das Ideal, ihn für das zu genießen, was er ist: eine schmackhafte und sättigende Frucht, in einer kulinarischen Tradition verwurzelt, ohne von ihm wundersame Gesundheitswirkungen zu erwarten.
Wo findet man Safou in Frankreich
Frischer Safou bleibt ein Saisonprodukt, das außerhalb der großen Städte schwer zu finden ist. Während der Saison kann man ihn manchmal auf Märkten und in auf zentralafrikanische Produkte spezialisierten Lebensmittelläden aufstöbern, besonders in Paris und in Gegenden mit zahlreicher Diaspora. Da das Verfügbarkeitsfenster kurz ist, erkundigt man sich besser im Voraus.
Zur leichteren Versorgung führen afrikanische Online-Lebensmittelläden wie NKOSI eine Auswahl an Produkten rund um die zentralafrikanische Küche und liefern überallhin in Frankreich und der Europäischen Union. Es ist auch eine gute Möglichkeit, die Zutaten zu finden, die traditionell den Safou begleiten, und eine vollständige Mahlzeit zusammenzustellen, ohne die Märkte abzuklappern.
Häufige Fragen
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Isst man Safou roh?
Nein, fast nie. Roh ist er fest und adstringierend. Man genießt ihn nach dem Garen in heißem Wasser oder auf Glut, was sein Fruchtfleisch zartschmelzend und butterartig macht. -
Was ist der Unterschied zwischen Safou und Atanga?
Keiner: Es sind zwei Namen für dieselbe Frucht. "Atanga" ist der gängige Begriff in Gabun und einem Teil Kameruns, während "Safou" und "afrikanische Pflaume" allgemeiner sind. -
Womit serviert man Safou?
Die klassische Beilage ist gekochter oder gegrillter Mais. Man serviert ihn auch mit Maniok oder Kochbanane. Etwas Salz genügt, um sein gegartes Fruchtfleisch zu veredeln. -
Kann man Safou einfrieren?
Ja, das Einfrieren ermöglicht es, die Früchte außerhalb der Saison aufzubewahren. Im Allgemeinen friert man sie roh ein und gart sie dann nach dem Auftauen, wenn man sie genießen möchte.



